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Mit „Copy and paste“ zum Erfolg?

Leider werden die neusten Entwicklungen der Spielsysteme noch von vielen ignoriert. Auch Vereine mit internationaler Klasse sind sich heute nicht zu Schade, mit acht Spielern 30 Meter vor dem Strafraum die Räume dicht zu machen und auf drei Konter zu vertrauen. Früher nannte man das Catenaccio; heute "clever gespielt". 

Über 85% der Klubvereine und Nationalmannschaften praktizieren ein starres 4-4-2, das meiner Meinung nach, viele negative Elemente beinhaltet und beträchtliche Grenzen aufweist. Gemessen an der Popularität sollte es doch das modernste und meist entwickelte Spielsystem sein. Weit gefehlt. In Wirklichkeit ist es schon ziemlich veraltet und überholt. Es wurde erstmals von den Brasilianern (mit Pelé) an der 1970 WM in Mexiko gespielt und später von den Holländern zu Voetbal Totaal weiterentwickelt. Es ist starr und bedeutet vor allem Verteidigen mit Doppelungen vor dem Strafraum. Viele  hängen zu sehr an der „Vergangenheit“ dabei gilt es doch den nächste Schritt im Zuge einer Entwicklung zu vollziehen, und schnellen flüssigen und attraktiveren Fussball zu spielen!

FIFA-Chef Josef Blatter ist ein intelligenter Mann. Mehrmals hat er betont, dass Fußball Spektakel sein muss. Dies unterstreichen auch die letzten Anpassungen des Regelwerks. Drei Punkte für den Sieger, Rote Karte für eine Notbremse, Rote Karte für ein Foul von hinten, Zuspiel zum Torhüter nicht erlaubt, Gelbe Karte bei Zeitspiel etc. 

Den Fußball will man somit offensiver und attraktiver machen. Die FIFA verfolgt somit ein klares Ziel: Die offensiv spielenden Mannschaften sollen belohnt werden. Fußball soll einfach mehr Spektakel sein. Es sollen mehr Tore fallen. Ich frage mich:

"Die neuen Regeln werden laufend zum Vorteil für die offensiv spielenden Mannschaften angepasst. Wieso will das (noch fast) keiner ausnutzen?

 

Betrachten wir doch mal die offensiven Defizite und Grenzen des 4-4-2

Das 4-4-2 bilden vier in einer Linie spielende Verteidiger, vier Mittelfeldspieler und nur zwei Stürmer, die versuchen, in jeden sich bietenden Raum zu stoßen. Die zwei Stürmer stehen meist zentral und eng zusammen, um für die heraneilenden Außen-Verteidigern und Außen -Mittelfeldspielern die Korridore freizulassen. Demzufolge greifen auf jeder Seite immer zwei Stürmer gegen vier Verteidiger an (Gähn!). Es ist meistens ein Kinderspiel, die zwei Stürmer in Schach zu halten (Einer stört den Ballführenden, drei sichern ab). Es wundert daher nicht, dass die Standardsituationen immer lebensnotwendiger werden. Die Offensivarbeit der fehlenden Flügelstürmer wird wie in einer Art Rotation abwechselnd von Außen -Mittelfeldspielern und Außen-Verteidigern verrichtet. Dieses kann sehr wohl dynamisch und positionsübergreifend sein, aber leicht zu Abstimmungsproblemen zwischen den einzelnen Spielern oder Blöcken führen. Oft sind auch athletische Spieler, die für dieses System "geschaffen" sind, nicht in der Lage, den Rhythmus über die ganze Distanz zu halten. Dieses führt zwangsläufig zu einschläfernden Phasen und Ballbesitz des Gegners. 

Das Aufrücken der Mittelfeldspieler und der Außenverteidiger benötigt viel Luft und Zeit und ist relativ berechenbar. Hat man sich endlich mal außen durchgespielt, endet der Angriff mit zahlreichen aber monotonen Flanken in den Strafraum. Da eine Spitze meistens schon als „Bande“ fungiert hat, findet man im Strafraum als "Vollstrecker" nur einen Stürmer, der gegen drei bis vier Verteidiger auf eine geniale Flanke hoffen muss.

Für die Mittelfeldspieler wird bei der Aktion die Distanz zum Strafraum zu groß. Kein Wunder, dass sich seit einigen Jahren reine Kopfballspieler auch in Spitzenteams einen Stammplatz erarbeiten können. Man verzichtet auf einen gepflegten Spielaufbau und sucht das Glück mit hohen Bällen in den Strafraum. 

Der Grundsatz "safety first" oder "zuerst kein's kriegen” scheint mir heutzutage bei der neuen Regelauslegung veraltet. Ich muss gestehen, dass man auch mit einem 4-4-2 attraktiven Angriffsfußball spielen kann. Manchester United gilt hierbei aber als absolute Ausnahme. Sie spielen mit zwei "getarnten" Stürmer im Außen-Mittelfeld und praktizieren einen Kurzpass-Spielaufbau über viele Stationen, um sämtliche Spieler als Block in die gegnerische Spielhälfte zu "positionieren".

  

Die Lust zum Sieg sollte jedoch größer sein,  als die Angst zu verlieren.

Angriff ist die beste Verteidigung und somit zurück zum Fußball, den jeder Spieler, Trainer, Fan, Klubverantwortliche, Sponsor und hoffentlich auch Ihr, sehen, spielen und leben möchtet.

(Ich hoffe auch, wenn mal ein Spiel verloren geht.)

Was ist die alternative? Angriffsfussball lautet die Antwort!

Was verbindet die Teams wie Barcelona, Juventus, Inter Mailand, Udinese, Neapel, Liverpool und neu Bayern unter Pep nebst den Nationalteams aus Chile & Uruguay?

Alle setzten in letzter Zeit vermehrt auf eine 3er Verteidigung und dies äusserst erfolgreich!

  

Der „neue“ Taktik-Trend im Weltfußball

In Südamerika und Italien begann eine Entwicklung, die Pep Guardiola mit dem FC Barcelona perfektionierte: die Dreier-Abwehr. Spanien feiert die "Revolution Pep". Sie ist so etwas wie die taktische (Wieder-) Entdeckung die italienische Nationalmannschaft, der SSC Neapel, Juventus Turin, Liverpool und nicht zuletzt der FC Barcelona agierten in der Vergangenheit mit dieser Variante. Hierzulande lässt sie auf sich warten - aber hoffentlich nicht mehr lange!

  

"Erinnerungen an das "Dream Team"

Diese „neue“ Taktik bedeutet jedoch eher eine Renaissance: Schon Barcelonas "Dream Team" Anfang der 90er Jahre mit Johan Cruyff als Trainer und Pep Guardiola als taktgebendem Sechser variierte zwischen einer Vierer- und einer Dreier-Abwehr.

  

Das 3-5-2 als Identität

Chile gehört zu den aus taktischer Sicht interessantesten Nationalteams der jüngeren Vergangenheit und fand unter Ex-Trainer Marcello Bielsa im 3-3-1-3/3-5-2 eine eigene Identität. Uruguay, Gewinner der Copa America 2011, WM-Vierter 2010 und die derzeit dominante Kraft des Kontinents, läuft im 4-4-2 je nach Gegner jedoch im 3-5-2 auf.

"Der Fußball wurde gemacht, um anzugreifen. Deshalb ist es positiv, dass einige Mannschaften ein System mit drei Verteidigern wählen, das das Offensivspektakel fördert", sagt Milans Trainer-Legende Arrigo Sacchi und gibt damit eine Erklärung dafür, welchen Vorteil eine Dreier-Reihe mit sich bringt.

 

Zudem hat sich das 3-5-2 gewandelt

Noch vor zehn, 15 Jahren, als speziell die Abwehrspieler nur als „Spielzerstörer“ ausgebildet wurden, die sich wegen technischer Defizite kaum ins Offensivspiel einbrachten, galt die Dreier-Kette als Synonym für eine vorsichtige und unkreative Ausrichtung. Nahm man in einem 3-5-2 die Flügelspieler hinzu, die im Grunde Außenverteidiger waren, dachten fünf von zehn Feldspielern vorwiegend defensiv!

Die Vorzeichen haben sich jedoch verkehrt, weil die Fußballer der neuen Generation auf allen Positionen mit dem Ball umzugehen wissen und sich dadurch neue Möglichkeiten ergeben.

Hierzu sage ich nur: „Meine Spieler sind intelligent, deswegen können sie auch andere Positionen spielen, ohne sich lange darauf einstellen zu müssen.“

In der Schweiz hingegen praktizieren alle Vereine seit der Abkehr vom Libero eine Vierer-Abwehrreihe. Kreative Trainer erwarten jedoch, dass auch in der Schweiz ein Umdenken einsetzt. "Hierzulande hat sich die Vierer-Kette etabliert. Ich hoffe jedoch, dass es Trainer gibt die mit der Dreier-Kette eine neue Variation reinbringen möchten und somit mehr für den offensiv Fussball beitragen möchten.

  

Guardiola und die Dreierkette wie er sie praktiziert                               

Dabei ist wichtig zu verstehen, dass die reine Grundformation eine eher untergeordnete Bedeutung besitzt, da sich die Formationen fluide der jeweiligen Spielsituation anpassen. Das war es auch was Guardiola meinte, als er vor staunenden Journalisten sagte: „Das System ist egal“. Als Beispiel wurde aus dem 3-5-2 von Juventus Turin im Champions League Viertelfinale bei Ballbesitz der Bayern schnell ein 5-4-1, weil die nominellen Außenbahnen im Mittelfeld die Dreierkette unterstützten und damit stabilisierten.

  

Alles eine Frage des Spieler-Materials

Wormuth leitet die Fußballlehrerausbildung des DFB und ist damit so etwas wie der Ober-Pädagoge für alle Trainer mit Profi-Ambitionen. Er sieht wie Sacchi in einer Dreier-Abwehr ebenfalls die Möglichkeit, offensiver zu operieren: "Mit der Dreier-Kette kann man gegen traditionelle Spielsysteme wie dem 4-4-2 konstant Überzahl erzeugen."

Wormuth vom DFB erklärt dies so: "In einer Vierer-Kette spielen die Abwehrspieler mehr wie vier Liberos, die sich gegenseitig sichern und schützen. Es geht in der Balleroberung um Überzahlsituationen, die man im Verbund mit dem Sechser herzustellen versucht.

  

Der FC Barcelona und das fluide Spiel

Die Verwendung von verschiedenen Systemen in der Verteidigung und bei Ballbesitz ist dabei keine Erfindung.

 

Ich liebe es, anzugreifen. „Das ist unsere Philosophie“

Die Worte des Weltklasse Trainers Pep Guardiola zeigen wohin der Weg der Spielsysteme in naher Zukunft führt, weg von einem Starren 4-4-2 zu einem Fluiden Spiel mit vorwiegend eine 3er Verteidigung. Für Teams die nicht von Ihrer 4er Kette lassen möchten bietet sich noch ein 4-1-4-1 an, das kurzerhand bei permanenter Überlegenheit wie bei Barcelona oder Bayern in ein 2-5-3 etc. gewandelt werden kann. Man sieht varianten Reicher agieren (fluid) wird in Zukunft der Schlüssel zum Erfolg sein.

Unsere letzte Saison bildete die Vorbereitung zu neuen und soll in Sachen Spielsystem noch extremer werden. Zugleich möchte ich hier bekannt geben, dass wir den Ball haben wollen und unser Team spielen sehen möchte. Unser Ziel wird auch  in der 1. Stärkeklasse sein, ein Pressing zu praktizieren so dass unsere Gegner ihre Tore nur durch mögliche Konter erzielen können. Eben diese Art von Fussball ist jedoch sehr schwer für eine Viererkette zu verteidigen. Eine Abseitsfalle (bei langen Bällen aus der Abwehr heraus) ist mit vier Mann schwer zu koordinieren, lässt daher Raum für Fehler. Die Außen sind durch das Pressing Spiel oft so oder so zu offensiv, als dass sie dann noch eingreifen können, was dann in einer 3 gegen 2 Situation resultieren könnte.

 

Wie schafft da unsere 3er-Kette Abhilfe?

Durch den einen offensiven Mann mehr im Sturm (ein technisch versierter Spieler), übertrumpft das System sogar die Überzahl im Mittelfeld einer 4-2-3-1 Formation. Es bieten sich mehr Anspielmöglichkeiten, es kann mehr Druck erzeugt werden. Unser Ziel ist ohnehin das Spiel vorwiegend in der Hälfte des Gegners zu bestreiten. Hat man dann drei feste Männer, die zusammen hinten die Mitte abdecken (an die 80% aller Tore werden von dieser Position erzielt) und eine Abseitsfalle koordinieren können, werden die potenziellen Angriffsmöglichkeiten für unsere Gegner noch geringer.

 

Aktuell vorgegebenes System

Momentan 4-4-2. Zu erwartendes System 4-1-4-1. Wenn wir jedoch unsere Gegner dominieren möchten, müssen die außen sehr hoch stehen, und die Innenverteidiger müssten sich an den Ecken des 16ers positionieren (also sehr breit stehen) dabei ist es zwingend notwendig das der 6er sich oft in diese Lücke fallen lässt, um sich den Ball zu holen bzw. diesen zu verteidigen.

 

Wo führt das schlussendlich hin?

Das ist meiner Meinung nach der fluide Übergang in die Dreierkette im Italienischen System (Wie bei Juve im 3-5-2). Wer sich die Verschiebungen vor Auge führen kann wird merken, dass die zwei Inneverteidiger sich als LIV (Linker Innenverteidiger) und RIV (Rechter Innenverteidiger) positionieren und der DM (Defensive Mittelfeldspieler) auf die IV (Innenverteidiger) Position zurückzieht Auf der neuen 6er Position sollte dann ein spielstarker zu finden sein, ein 8er (wie in der Abbildung von Barca Busquets). Alles andere würde ich nicht empfehlen da diese Position durch einen robusten Spieler ausgefüllt werden sollte. Die außen werden dann, wie schon erwähnt, von laufstarken Spielern besetzt. Zudem zwei Ballstarke Spielgestalter auf den zwei Positionen im zentralen Mittelfeld. Das ganze sähe dann in etwa so aus:

3-5-2 wurde bereit 1992 unter Cruijff gespielt mit Pep als Mittelfeldspieler!
Wurde erfolgreich bei Barca von Pep erneut ins Leben gerufen!
Beispiel im Spiel gegen Real: Barca im Fluiden 3-5-2 gegen Reals 4-4-2.
"Das System von Barça ist wirklich ganz einfach, auch wenn die Leute sagen, es sei ungeheuer kompliziert", das Credo dieses Systems lautet: "Wir haben den Ball, und jetzt wollen wir mal sehen, ob sie es schaffen, ihn uns wieder abzunehmen. Wir spielen ihn uns so oft wie möglich gegenseitig zu, und dann schauen wir mal, ob wir ein Tor erzielen können." Es geht darum, Spaß am Spiel zu haben.

Barcelonas “Sicherheitsstern”, der ihnen weite Bälle als Ausweg ermöglicht

wie die Raumaufteilung die Asymmetrie beseitigt: Abidal hilft Villa stärker mit als Mascherano auf rechts, während die zentralen Spieler in der Defensive die Balance wiederherstellen
die Anspielstationen der Zentrale Barcelonas – ein sich immer drehendes Kreisel, das perpetuum mobile des Fußballs

Zu Abschluss lass ich hier nochmals Pep zu Worte kommen:

"Ich bin ein großer Freund meiner Spieler, wenn sie akzeptieren, was ich sage. Wer meine Entscheidungen annimmt, den unterstütze ich – wer das aber nicht verstehen will, wird oft auf der Bank sitzen." Das zeigt, das "System Pep“ ist ein System gegenseitigen Vertrauens:

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